Personal trotz höherer Anforderungen reduziert
Bemerkenswert ist: Der Personalbestand der gesetzlichen Krankenkassen wurde in den letzten Jahren reduziert – von 136.493 Vollzeitstellen im Jahr 2015 auf 132.250 im Jahr 2024 (-3,1 Prozent). Die Anzahl der Versicherten nahm hingegen im gleichen Zeitraum um etwa 3,8 Mio. Personen von rd. 70,7 Mio. auf rd. 74,6 Mio. zu – ein Plus von 5,4 Prozent.
Die Anforderungen an Krankenkassen und ihre Mitarbeitenden durch neue gesetzliche Aufgaben und Vorgaben sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Trotzdem blieben die Verwaltungskosten in den letzten Jahren stabil – oder sanken sogar. 2015 lag der Anteil noch bei 4,88 %, heute sind es unter vier Prozent. Je Versicherten betrugen die durchschnittlichen Verwaltungskosten 2024 170,04 Euro. Das sind 14,17 Euro im Monat.
Effizienz, Wirtschaftlichkeit und persönliche Betreuung in der GKV
Während die Verwaltungskosten der GKV regelmäßig in der öffentlichen Diskussion stehen, bleiben die deutlich höheren Pro-Kopf-Ausgaben der privaten Versicherungsunternehmen für Verwaltung und Vertrieb – im Jahr 2023 waren es durchschnittlich 518 Euro pro PKV-Vollversicherten (neuere Zahlen bisher nicht veröffentlicht) – oft unerwähnt. Dabei zeigt der Vergleich: Die GKV arbeitet effizient und wettbewerbsorientiert. Während die GKV von jedem Beitragseuro rund 96 Cent für die unmittelbare gesundheitliche Versorgung ausgibt, sind es bei der PKV lediglich rund 89 Cent.
In schwierigen Situationen – etwa bei einer schweren Erkrankung – ist kompetente Beratung besonders wichtig. Verwaltungskosten sind deshalb ein Beitrag zur Versorgungssicherheit und Orientierung im Gesundheitswesen. Sie sind Ausdruck eines Systems, das Service und Qualität ernst nimmt. Das Ziel der GKV ist klar: Mit schlanken Strukturen und digitaler Innovation lässt sich beides verbinden – Wirtschaftlichkeit und persönliche Betreuung. (kme / tbe)