Qualitätssicherung

Qualitätsreport 2025: Ergebnisse zur Brustkrebschirurgie

Februar 2026

Patientinnen und Patienten sollen sich darauf verlassen können, dass Sie in Krankenhäusern und vertragsärztlichen Praxen nach fachlich gebotener Qualität behandelt werden. Seit gut neun Jahren messen inzwischen zahlreiche Verfahren zur Qualitätssicherung (QS), ob Vorgaben in allen Kliniken korrekt umgesetzt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass sich schon viel getan hat in der Qualitätssicherung.

Die datengestützte einrichtungsübergreifende Qualitätssicherung (DeQS) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist dabei ein zentrales Instrument, um die Versorgungsqualität sichtbar zu machen und dort, wo Qualitätsdefizite erkannt werden, diese schnell abzustellen. Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) stellt dem G-BA die Ergebnisdaten für eine einrichtungsvergleichende Veröffentlichung in Kliniksuchmaschinen zur Verfügung. Zudem hat das IQTIG die Ergebnisse zusammenfassend in einem Qualitätsreport dargestellt. Dieser bietet einen kompakten Überblick über die bundesweiten Ergebnisse der 15 datengestützten Qualitätssicherungsverfahren des G-BA.

Anhand von drei dieser QS-Verfahren zeigen wir beispielhaft auf, wie externe Qualitätssicherung funktioniert und wie sie konkret zu mehr Patientensicherheit und besserer Versorgungsqualität der gesetzlich Krankenversicherten beitragen kann. In dieser und in den nächsten zwei Ausgaben stellen wir folgenden QS-Verfahren vor:

  • Mammachirurgie als etabliertes Qualitätssicherungsverfahren (in dieser Ausgabe)
  • Karotis-Revaskularisation (Ausgabe 47 im Mai 2026)
  • Dekubitusprophylaxe (Ausgabe 48 im Juli 2026)

Mammachirurgie als etabliertes Qualitätssicherungsverfahren

In der operativen Behandlung von Erkrankungen der Brust, beispielsweise bei gutartigen oder bösartigen Tumoren, Vorstufen (Präkanzerosen) oder Tumorverdacht, werden verschiedene chirurgische Eingriffe wie offene Biopsien, Tumorresektionen und axilläre Operationen durchgeführt (Quelle: Qualitätsreport 2025, S. 35). Diese Eingriffe werden im Rahmen des Qualitätssicherungsverfahrens Mammachirurgie erfasst. Das seit vielen Jahren etablierte Verfahren bewertet mithilfe gut standardisierter Qualitätsindikatoren die operative Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Brustkrebs. Bewertet werden unter anderem die leitliniengerechte Diagnostik, die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die Qualität der operativen Versorgung im stationären Sektor.

Eine Patientin und zwei MTA vor der Mamografie

Ergebnisse: Hohes Qualitätsniveau in der Mammachirurgie

Die auf Bundesebene zusammengefassten Ergebnisse liegen durchweg innerhalb der bestehenden Referenzbereiche, d. h. sie zeigen ein hohes Qualitätsniveau bei der Versorgung (prä-)maligner Brusttumoren in Deutschland und sprechen für die breite Umsetzung evidenzbasierter Leitlinien in der klinischen Praxis. Ein Beispiel dafür ist der Qualitätsindikator „Postoperative interdisziplinäre Tumorkonferenz bei primärem invasivem Mammakarzinom oder DCIS“, der bundesweit sehr gute Ergebnisse zeigt. Das Duktale Carcinoma in Situ (DCIS) ist dabei eine nicht-invasive Vorstufe von Brustkrebs (Quelle: Qualitätsreport 2025, S. 35). Die Auswertungen zeigen, dass in den Krankenhäusern die interdisziplinäreren Entscheidungsprozesse nach operativer Therapie leitliniengerecht erfolgen.

Ergebnisübersicht des Qualitätsindikators „Postoperative interdisziplinäre Tumorkonferenz bei primärem invasivem Mammakarzinom oder DCIS“ (Qualitätsindikator-ID: 2211800)

Quelle: GKV-Spitzenverband auf Basis des Qualitätsreport 2025, S. 40

Qualitätsindikator Bundesergebnis
2024
Bundesergebnis
2025
(Referenzbereich)
Postoperative interdisziplinäre Tumorkonferenz bei primärem invasivem Mammmakarzinom oder DCIS 99,53 %
99,63 %
(> 98,69 %; 5. Perzentil)

Wenig qualitativ auffällige Bewertungen

Auch die folgenden Indikatoren zeigen, dass die Qualität der Brustkrebschirurgie insgesamt auf einem guten Niveau liegt. Gleichzeitig werden in einigen Krankenhäusern weiterhin Auffälligkeiten sichtbar, die auf Verbesserungsbedarf hinweisen – insbesondere in den Bereichen Diagnosesicherung, Lymphknotendiagnostik und Zeitintervall Diagnose–Operation (siehe Tabelle „Auffälligkeiten der Qualitätsindikatoren“). Diese rechnerischen Auffälligkeiten werden im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens als zentrales Element der externen Qualitätssicherung im Gesundheitswesen nach DeQS-Richtlinie eingestuft, z. B. aufgrund von Struktur- und Prozessmängeln, und in der Folge werden weitergehende Maßnahmen eingeleitet.

Auffälligkeiten der Qualitätsindikatoren (Anzahl der Leistungserbringenden)

Quelle: GKV-Spitzenverband auf Basis des Qualitätsreport 2025, S. 39

Qualitätsindikator Auswertungsjahr 2024 Auswertungsjahr 2025
  rechnerische Auffälligkeiten qualitative Auffälligkeiten rechnerische Auffälligkeiten
Prätherapeutische histologische Diagnosesicherung 85/578
(14,71 %)
12/578
(2,08 %)
27/509
(5,30 %)
Lymphknotenentnahme bei DCIS und brusterhaltender Therapie 90/447
(20,13 %)
13/447
(2,91 %)
60/429
(13,99 %)
Zeitlicher Abstand von unter 7 Tagen zwischen Diagnose
und Operation
84/569
(14,76 %)
12/569
(2,11 %)
49/492
(9,96 %)

Fazit und Ausblick

Die Ergebnisse des Qualitätssicherungsverfahrens Mammachirurgie im Qualitätsreport 2025 unterstreichen, dass die operative Brustkrebsversorgung in Deutschland auf einem stabilen und hohen Qualitätsniveau erfolgt.

Bei stabilen Fallzahlen ist in den letzten Jahren ein Rückgang an Krankenhausstandorten zu beobachten. Diese Zentralisierung der Behandlung wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, da in der Mindestmengenregelung des G-BA eine Mindestfallzahl von 100 Brustkrebsoperationen pro Jahr und Standort festgelegt wurde (Quelle: Qualitätsreport 2025, S. 36). Damit soll erreicht werden, dass Krankenhäuser diese komplexen Eingriffe nur durchführen, wenn sie ausreichend Erfahrung und Expertise dafür haben. Durch die Mindestmengenregelung soll die bereits gute Behandlungsqualität weiter gesteigert werden, da mit zunehmender Routine und Erfahrung Komplikationen reduziert und Mortalität sowie Morbidität weiter gesenkt werden können. (dwe)

Bleiben Sie auf dem Laufenden