Pflege-Modellprojekt

Wie Musik die häusliche Demenzpflege stärkt

Mai 2026

Ein Modellprojekt der Universität Jena hat untersucht, wie das regelmäßige Hören der eigenen Lieblingsmusik die Lebensqualität und das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz sowie ihrer pflegenden Angehörigen verbessert. Das Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung nicht‑pharmakologischer Behandlungsansätze für Menschen mit Demenz.

Persönlich bedeutsame Musik kann Erinnerungen wecken, beruhigen und aktivieren – das beschreibt die Ausgangslage des Projekts „Individualisierte Musik für Menschen mit Demenz in der häuslichen Pflege – Akzeptanz und Wirksamkeit einer App-basierten Musikintervention“ (kurz: IMuD), das vom GKV-Spitzenverband gefördert wurde. Genau hier setzt die eigens im Projekt entwickelte App an: Sie stellt individuelle Playlists bereit, die auf den Musikvorlieben aus früheren Lebensphasen basieren – also auf Liedern, die für die Betroffenen einmal wichtig waren. Menschen mit Demenz hörten über sechs Wochen hinweg alle zwei Tage etwa 20 Minuten ihre persönliche Playlist, begleitet von ihren Angehörigen.

Ein älterer Mann hört Musik über Kopfhörer

Musik als nebenwirkungsarme und schonende Unterstützung

Die Studie hat gezeigt, dass das Musikhören nicht nur die Stimmung von Menschen mit Demenz verbessert, sondern auch Unruhe reduziert und positive Impulse für die Pflegesituation setzt. Zudem ließ sich das Musikhören problemlos in den Alltag integrieren. Damit hat das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung nicht‑pharmakologischer Behandlungsansätze für Menschen mit Demenz geleistet. Gleichzeitig liefert die Studie wertvolle Erkenntnisse darüber, wie digitale Unterstützung in der häuslichen Demenzpflege sinnvoll eingesetzt werden kann. (smä)

Das Projekt wurde vom GKV-Spitzenverband im Rahmen des Modellprogramms zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 Absatz 3 SGB XI gefördert. Mehr Informationen finden Sie hier.

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