Pflege-Modellprogramm

Studie zur Arbeitsorganisation ambulanter Pflegeeinrichtungen veröffentlicht

Mai 2026

Das IGES Institut hat im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes eine „Bestandsaufnahme der Arbeitsorganisation ambulanter Pflegeeinrichtungen“ vorgelegt. Im Rahmen des Modellprogramms Personalbemessung liegen damit wissenschaftliche Empfehlungen vor, um die ambulante Pflege weiterzuentwickeln. Qualifikationsorientierter Personaleinsatz und Digitalisierung werden hierfür als Lösungen betrachtet. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass Verbesserungen der Arbeitsorganisation für kleinere Pflegedienste eine Herausforderung darstellen.

Umfangreiche bundesweite Stichprobe zur Arbeitsorganisation liegt vor

In der Studie wurden über 1.000 Fragebögen von Leitungspersonen aus der ambulanten Pflege ausgewertet. Die Daten wurden mit vertiefenden Interviews ergänzt und zeigen das Bild einer flexiblen und digital bereits gut aufgestellten Branche. Gleichzeitig betrachten kleinere Einrichtungen mit weniger als 20 Mitarbeitenden es als Herausforderung, den Bedarfen der pflegebedürftigen Personen einerseits und der Beschäftigten andererseits gerecht zu werden. Kleine Pflegedienste haben zudem Schwierigkeiten, Personalausfälle zu kompensieren und ihre Arbeitsorganisation zu verbessern. Daher werden Modellprojekte zur Unterstützung kleiner Pflegeeinrichtungen empfohlen.

Forschungslücke zur Arbeitsorganisation ambulanter Pflegedienste identifiziert

In dem Projekt wurde auch die wissenschaftliche Literatur untersucht. Dabei wurden Studien identifiziert, die verschiedene Formen der Arbeitsorganisation, der Gestaltung von Arbeitsbedingungen und den Technologieeinsatz in der ambulanten Pflege erforschen. Studien zur Unterstützung eines qualifikationsorientierten Personaleinsatzes wurden hingegen kaum gefunden. Diese Forschungslücke sollte durch wissenschaftliche Projekte geschlossen werden, die den Personaleinsatz von Pflegehilfs- und -assistenzkräften sowie von Pflegekräften mit einem Studienabschluss betrachten.

Eine Pflegekraft spricht mit einer älteren Dame in ihrem Wohnzimmer

Weiterentwicklungsbedarfe für die ambulante Pflege

Die Studie gibt weitere Empfehlungen, beispielsweise Projekte zur Stärkung der Vernetzung mit anderen Leistungserbringenden sowie Kooperationen zwischen Pflegediensten. Zudem wurde in der Studie deutlich, dass Weiterentwicklungen in der ambulanten Pflege unterschiedliche Formen der Arbeitsorganisationen berücksichtigen müssen, welche teilweise auf selbstorganisierte Teams zurückgreifen oder aber stärker hierarchisch organisiert sind. (jkr)

Der Abschlussbericht steht auf der Homepage des GKV-Spitzenverbandes zum Download zur Verfügung.

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