Für die Gewaltprävention spielen die bestehenden Beratungsangebote – die Pflegeberatung der Pflegekassen, die verpflichtenden Beratungsbesuche für Pflegegeldbeziehende sowie die Begutachtungen durch die Medizinischen Dienste – eine entscheidende Rolle. Diese Kontakte ermöglichen einen direkten Einblick in die häusliche Pflegesituation und können Hinweise auf mögliche Gewalt oder Vernachlässigungen liefern.
Beratung als Schlüssel zur Früherkennung
Das Projekt „Gewalt und Vernachlässigung in der informellen häuslichen Pflege“ (kurz: GeViP) entwickelt für die unterschiedlichen Beratungskontexte praktische Empfehlungen zum Erkennen von Gewalt und leitet daraus konkrete Präventionsmaßnahmen ab. Dabei wird erstmals umfassend untersucht, wie Beratende mit dem Thema Gewalt und Vernachlässigung in der informellen Pflege umgehen. Methodisch kombiniert das Projekt systematische Literatursichtung mit Online-Befragungen, Interviews, Gruppendiskussionen und Workshops. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Gewaltprävention in der informellen häuslichen Pflege langfristig zu stärken. (smä)