Neues Forschungsprojekt gestartet

Gewalt in der häuslichen Pflege

Juli 2026

Das Risiko von Gewalt und Vernachlässigung in der informellen häuslichen Pflege ist hoch, bleibt jedoch meist verborgen. Ein neues Forschungsprojekt will das ändern. Von Juli 2026 bis Juni 2028 untersucht ein interdisziplinäres Team, wie sich Gewalt in Pflegebeziehungen frühzeitig erkennen und möglichst verhindern lässt. Der GKV-Spitzenverband fördert das Projekt.

Für die Gewaltprävention spielen die bestehenden Beratungsangebote – die Pflegeberatung der Pflegekassen, die verpflichtenden Beratungsbesuche für Pflegegeldbeziehende sowie die Begutachtungen durch die Medizinischen Dienste – eine entscheidende Rolle. Diese Kontakte ermöglichen einen direkten Einblick in die häusliche Pflegesituation und können Hinweise auf mögliche Gewalt oder Vernachlässigungen liefern.

Beratung als Schlüssel zur Früherkennung

Das Projekt „Gewalt und Vernachlässigung in der informellen häuslichen Pflege“ (kurz: GeViP) entwickelt für die unterschiedlichen Beratungskontexte praktische Empfehlungen zum Erkennen von Gewalt und leitet daraus konkrete Präventionsmaßnahmen ab. Dabei wird erstmals umfassend untersucht, wie Beratende mit dem Thema Gewalt und Vernachlässigung in der informellen Pflege umgehen. Methodisch kombiniert das Projekt systematische Literatursichtung mit Online-Befragungen, Interviews, Gruppendiskussionen und Workshops. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Gewaltprävention in der informellen häuslichen Pflege langfristig zu stärken. (smä)

Eine ältere Frau droht einem älteren Mann mit dem Finger in einem Wohnzimmer

Die Projektleitung liegt bei Dr. Klaus Pfeiffer vom Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart. Gefördert wird das Projekt vom GKV-Spitzenverband im Rahmen des Modellprogramms zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung nach § 8 Absatz 3 SGB XI. Mehr Informationen finden Sie hier.

Bleiben Sie auf dem Laufenden