Deutlicher Ausgabenanstieg
Die Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Heilmittel sind zuletzt spürbar gestiegen. Besonders stark wuchs der Bereich der Ergotherapie. Im Jahr 2025 lagen die Ausgaben bei rund 2,55 Milliarden Euro (+ 20,3 Prozent). Ein erheblicher Teil dieses Anstiegs entfällt auf die Blankoverordnung. Neben Preissteigerungen tragen vor allem zusätzliche Leistungen wie die „versorgungsbezogene Pauschale“ sowie eine höhere Behandlungsintensität zu dieser Entwicklung bei.
Kein belegbarer Mehrwert für die Versorgung
Hinsichtlich möglicher Verbesserungen der Behandlungsergebnisse ergibt sich auf Grundlage der bislang vorliegenden Daten kein belastbarer Hinweis auf einen Vorteil gegenüber der „klassischen“ Versorgung nach § 125 Abs. 1 SGB V. Damit steht die zentrale Annahme des Modells - mehr therapeutische Freiheit führt zu besseren Ergebnissen – bislang unbestätigt im Raum.
Anpassungsbedarf aus Sicht des GKV-Spitzenverbandes
Vor diesem Hintergrund sieht der GKV-Spitzenverband vor einer möglichen Ausweitung der Blankoverordnung auf weitere Indikationsbereiche Handlungsbedarf. In erster Linie müssen die Ergotherapierenden eine stärkere wirtschaftliche Verantwortung übernehmen als bisher und die Krankenkassen benötigen mehr Möglichkeiten zur Prüfung auffälliger Einzelfälle. (hjw)
Den Zwischenbericht sowie die Stellungnahme des GKV-Spitzenverbandes finden Sie hier.