Das Magenkarzinom ist mit ca. 15.000 jährlichen Neuerkrankungen eine vergleichsweise häufige Krebserkrankung, die aufgrund unspezifischer Beschwerden leider oft erst spät erkannt wird. Die Fünfjahresüberlebensrate liegt deshalb bei unter 40 Prozent.
Hohe fachliche Anforderungen in einem interdisziplinären Team
Die Durchführung von komplexen Eingriffen am Magen stellt hohe fachliche Anforderungen sowohl an den Operateur als auch an das gesamte Team. Das Ineinandergreifen von Chirurgie, interventioneller Radiologie, Gastroenterologie mit Schwerpunkt Endoskopie, Strahlentherapie, Onkologie, Intensivmedizin und Anästhesie ist für das Behandlungsergebnis von zentraler Bedeutung. Die aktuelle S3-Leitlinie zur Therapie des Magenkarzinoms empfiehlt auf Grundlage von Studien die Durchführung der Magenkarzinomchirurgie in Einrichtungen mit hoher Fallzahl und erfahrenem chirurgischen Fachpersonal.
Derzeit ausgeprägte Gelegenheitsversorgung in Deutschland
Trotz klarer Evidenzlage für den Zusammenhang von Fallzahl und dem Überleben nach einer Operation bei Magenkarzinom besteht in Deutschland eine ausgeprägte Gelegenheitsversorgung: Der Eingriff wird an über 700 Krankenhäusern durchgeführt, wobei ca. 500 Krankenhäuser weniger als 10 Operationen pro Jahr durchführen. Der Median der Fallzahl bei 705 operierenden Krankenhäusern liegt bei vier. Mangelnde operative Erfahrung, nicht eingeübte Abläufe und ein defizitäres Komplikationsmanagement führen zu vermeidbaren Todesfällen, das zeigen wissenschaftliche Studien. Die im Rahmen des Beratungsverfahrens im G-BA ermittelte wissenschaftliche Evidenz belegt beispielsweise, dass die Wahrscheinlichkeit in einem Krankenhaus zu versterben um 38 Prozent geringer ist, wenn vom Krankenhaus mehr als 20 Eingriffe im Jahr durchgeführt werden.