Im QS-Verfahren Dekubitusprophylaxe werden alle im Krankenhaus neu aufgetretenen Dekubitalulcera erfasst mit Ausnahme von Stadium 1 gemäß ICD-10-GM. Der Fokus liegt auf Dekubitalulcera, bei der die Haut stärker betroffen ist. Grad vier gemäß ICD-10-GM stellt ein schwerwiegendes Ereignis dar, denn das Geschwür kann bis auf den Knochen reichen (Qualitätsreport 2025, S. 163). Die Erfassung erfolgt risikoadjustiert, das heißt, individuelle Risikofaktoren wie Mobilitätseinschränkungen oder Begleiterkrankungen werden bei der Bewertung berücksichtigt. Die Dekubitusinzidenz, also die Anzahl neu aufgetretener Druckgeschwüre während eines Krankenhausaufenthalts, gilt international als wichtiger Qualitätsindikator für die Versorgungspraxis. Sie ist ein Hinweis darauf, wie gut Präventionsmaßnahmen umgesetzt werden und wo Verbesserungsbedarf besteht. Gerade weil ein Dekubitus oft vermeidbar ist, liefert dieser Indikator ein aussagekräftiges Bild der klinischen Versorgung.
Wirkung der externen Qualitätssicherung
Ein hoher Anteil an neu aufgetretenen schweren Druckgeschwüren im Krankenhaus gibt Hinweise auf mögliche Defizite in der pflegerischen Versorgung, sei es bei der Hautinspektion, der Risikoeinschätzung, der Mobilisation oder beim Einsatz antidekubitaler Hilfsmittel. Gut jede fünfte Klinik hat mindestens einen schwerwiegenden Dekubitus Grad 4 verzeichnet. Solche seltenen und schwerwiegenden Ereignisse werden immer im Rahmen eines Stellungnahmeverfahrens mit dem Krankenhaus durch externe Fachleute fachlich geprüft und bewertet. Diese fachliche Bewertung zeigt eine relevante Anzahl qualitativ auffälliger Krankenhäuser: Im Auswertejahr 2025 wurden 136 von 1.886 Krankenhausstandorte (7,21 %) auffällig.