Pflege

Hitzeschutz kommt in der Pflege an

Juli 2026

Mit Blick auf den Klimawandel, der häufiger zu längeren und intensiveren Hitzeperioden führt, gewinnt Hitzeschutz in der Pflege weiter an Bedeutung. Pflegebedürftige Menschen gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen, da ihr Körper Hitze schlechter regulieren kann. Hier setzt das vom GKV‑Spitzenverband geförderte Projekt „Hitzeschutzmaßnahmen in der stationären und ambulanten Pflege“ (kurz: HISTA) an.

HISTA hat von Februar 2024 bis März 2026 untersucht, wie Pflegeeinrichtungen in Deutschland auf zunehmende Hitzeperioden reagieren. Das Berliner Institut für Gerontologische Forschung e. V. (IGF) führte dazu im Herbst 2024 unter stationären Einrichtungen eine bundesweite, nicht‑repräsentative Online‑Befragung sowie Expertinnen‑ und Experteninterviews durch. Für die ambulante Pflege stützen sich die Ergebnisse ebenfalls auf Interviews sowie auf eine nationale und internationale Literaturrecherche. Im Fokus standen bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen sowie zentrale Herausforderungen.

Zentrale Ergebnisse der Befragung:

  • 97,9 Prozent der Einrichtungen setzen bereits Hitzeschutzmaßnahmen um.
  • 71 Prozent verfügen über ein Hitzeschutzkonzept.
  • 40 Prozent haben eine feste Ansprechperson für Hitzeschutz benannt, weitere 20 Prozent planen dies.
  • Die Bundesempfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen (Qualitätsausschuss Pflege, 2024) ist 75 Prozent der Einrichtungen bekannt und wird von jeder fünften genutzt.
  • Nur 22 Prozente der Befragten sehen fehlende Expertise oder Qualifizierung als Hürde.
  • Webseiten, Musterhitzeschutzpläne und Online‑Schulungen waren jeweils nur ca. 25 bis 30 Prozent der Befragten bekannt.
Eine ältere Frau sitzt in einem Sessel und trinkt ein Glas Wasser

Dringlichkeit erkannt, aber Herausforderungen bei der Umsetzung

Das Projekt zeigt: Die Einrichtungen erkennen die Dringlichkeit und setzen Hitzeschutz bereits breit um – stoßen jedoch häufig an Grenzen, etwa durch fehlende finanzielle Mittel, Personalengpässe oder Zeitmangel. Die Umsetzung der Maßnahmen hängt stark von baulichen Gegebenheiten, Standortfaktoren, finanziellen Ressourcen und der Haltung der Leitung ab. In der stationären Pflege stellt vor allem die Finanzierung baulicher Anpassungen eine Herausforderung dar. In der ambulanten Pflege erschweren begrenzte Einflussmöglichkeiten in der häuslichen Umgebung, aktuelle Finanzierungsstrukturen sowie ungeklärte Zuständigkeiten – insbesondere bei alleinlebenden Pflegebedürftigen – die Umsetzung.

HISTA wurde vom GKV‑Spitzenverband im Rahmen des Modellprogramms zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemäß § 8 Absatz 3 SGB XI gefördert. Zum Abschlussbericht geht es hier. (smä)

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