Pflegeversicherung

Fachtagung zur Lebensqualität Pflegebedürftiger und pflegender Angehöriger

Dezember 2017

Wie und unter welchen Bedingungen die Lebensqualität Pflegebedürftiger und pflegender Angehöriger zukünftig weiter verbessert werden kann, ist eine der wichtigsten Fragen, die in den verschiedenen Modellprojekten der Forschungsstelle Pflegeversicherung behandelt werden. Im Rahmen einer Tagung wurden am 13. Oktober 2017 neue Forschungsansätze und Ergebnisse aus zwei abgeschlossenen Modellvorhaben präsentiert, die dazu einen Beitrag leisten.

Das Modellprojekt „Problemlösen in der Pflegeberatung (PLiP)“ hat Pflegeberaterinnen und –berater dreier Pflegekassen (AOK Baden-Württemberg, AOK Bayern und Sozialversicherung der Landwirtschaft, Gartenbau und Forsten SVLFG) in der Anwendung des Problemlöse-Ansatzes geschult, der sodann in der Beratungspraxis eingesetzt wurde. Der Ansatz befähigt pflegende Angehörige, mithilfe eines Kartensets vorhandene Probleme und Ressourcen zu erkennen sowie Lösungen zu entwickeln. Die Wirksamkeit der Intervention wurde auf der Ebene der teilnehmenden Pflegeberaterinnen und auf der Ebene der beratenen pflegenden Angehörigen gemessen.

Erfolge bei der Stressreduktion

Im Ergebnis wird der Problemlöse-Ansatz von den Pflegeberaterinnen positiv bewertet, er bewirkt eine signifikante Stärkung ihrer Beratungskompetenz und eine Reduktion ihrer Arbeitsbelastung. Auch in der Zielgruppe der pflegenden Angehörigen zeigt der Ansatz deutliche Erfolge bei der Stressreduktion. Die Pflegekassen, die am Projekt teilnahmen, schätzen den Problemlöse-Ansatz und werden weiter mit ihm arbeiten. Auch weitere Akteure in der Beratung zeigten großes Interesse an den Ergebnissen und wollen diesen erfolgreich erprobten Ansatz und das Kartenset in ihre Arbeit integrieren.

Ein Pfleger und ein pflegebedürftiger Mann arbeiten mit einem Tablet

Förderung für Menschen mit Demenz

Das Modellprojekt „Nicht-medikamentöse Aktivierungsmaßnahme für Menschen mit Demenz in der Tagespflege mit telefonischer Angehörigen-Kurzintervention zur Stärkung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf (DeTaMAKS)“ hat in 34 Tagespflegeeinrichtungen mit über 450 Probandinnen und Probanden das Aktivierungsprogramm MAKS erprobt und evaluiert. MAKS enthält Module zur motorischen, alltagspraktischen, kognitiven Aktivierung und sozialen Einstimmung. Die Wirksamkeit der Intervention wurde bei den Tagespflegebesuchern und bei deren pflegenden Angehörigen gemessen. Im Vergleich zur Kontrollgruppe und zu unbehandeltem Verlauf erweisen sich die demenzkranken Tagespflegebesucher nach der Aktivierungsmaßnahme in ihren alltagspraktischen Fähigkeiten stabilisiert.