Rehabilitation

Qualitätssicherung in der geriatrischen Rehabilitation

März 2018

Rehabilitationseinrichtungen, die Leistungen für die gesetzliche Krankenversicherung erbringen, sind an einer vergleichenden externen Qualitätssicherung, dem QS-Reha®-Verfahren, beteiligt. In diesem Verfahren werden Erhebungen zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität durchgeführt und von einer unabhängigen Auswertungsstelle, dem BQS Institut für Qualität & Patientensicherheit, ausgewertet. Hier steht nun eine innovative Verbesserung vor der Tür.

In dem 2012 neu ausgerichteten QS-Reha®-Verfahren konnte von geriatrischen Rehabilitationseinrichtungen bisher nur die Strukturqualität erfasst werden, weil Instrumente für die Erfassung der Prozessqualität, der Ergebnisqualität und der Patientenzufriedenheit nicht vorlagen. Deshalb hat der GKV-Spitzenverband in enger Abstimmung mit den Spitzenorganisationen der Rehabilitationseinrichtungen ein Projekt zur Entwicklung von entsprechenden Instrumenten in Auftrag gegeben. Der Projektnehmer ist ebenfalls das BQS-Institut. Im Januar 2018 wurden die Projektergebnisse vom Steuerungskreis des Projektes abgenommen und am 1. Februar 2018 hat der Gemeinsame Ausschuss der Vertragspartner die entwickelten Fragebögen und die dazugehörende Methodik beschlossen. Damit können in der im Juni 2018 beginnenden dritten Erhebungsphase des QS-Reha®-Verfahrens geriatrische Rehabilitationseinrichtungen im vollen Umfang in die Qualitätssicherung einbezogen werden.

Rehabilitationsmaßnahme mit einer alten Frau

Die innovative Messung der Ergebnisqualität wird eingeleitet

Die Herausforderung der Entwicklung von Erhebungsinstrumenten für die Qualitätssicherung in der Geriatrie bestand darin, dass die betroffenen Patienten multimorbide und sehr unterschiedliche Krankheitsbilder aufweisen. Deshalb wird die Ergebnisqualität in der Geriatrie mit einem neuen Verfahren erhoben. Die Rehabilitanden werden zum Beginn der Rehabilitation zu ihren individuellen teilhabeorientieren Rehabilitationszielen und –unterzielen befragt, und auf dieser Grundlage wird ein individueller Fragebogen erstellt. Nach dem Ende der Rehabilitationsmaßnahme wird die Patientin bzw. der Patient gezielt dazu befragt, ob und inwieweit die individuellen Ziele erreicht werden konnten. Im Arzt- bzw. Behandlerfragebogen wird zum Beginn der Rehabilitation der Gesundheitsstatus der Rehabilitanden mit mehreren Assessmentverfahren bewertet, damit die Ergebnisqualität der unterschiedlichen Patientenklientel von Rehabilitationseinrichtungen später risikoadjustiert verglichen werden können. Kann ein Rehabilitand die Fragebögen aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht selbst ausfüllen, wird versucht, alternativ eine Bezugsperson zur Ergebnisqualität zu befragen.

In einem Pretest und einer Pilotphase wurden die Zuverlässigkeit der Instrumente und des Verfahrens getestet und erprobt. Nun wird mit Spannung auf die Ergebnisse der Routineerhebungen gewartet, um Erkenntnisse über die Wirksamkeit geriatrischer Rehabilitation zu gewinnen.