Finanzen

GKV-Schätzerkreis legt Herbstprognose vor

Dezember 2016

Der GKV-Schätzkreis hat im Oktober seine Einnahmen- und Ausgabenschätzung für die gesetzliche Krankenversicherung vorgelegt. Für 2016 erwartet der Schätzerkreis beim Gesundheitsfonds unter Berücksichtigung seiner gesetzlichen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Innovations- und Strukturfonds einen Ausgabenüberschuss von rund 1,0 Mrd. Euro.

Die Liquiditätsreserve wird somit Ende 2016 noch 9,0 Mrd. Euro betragen. Die Krankenkassen können dagegen für 2016 mehrheitlich mit positiven Rechnungsergebnissen rechnen. Grund ist vor allem die um rund 2,1 Mrd. Euro unter den ursprünglichen Ansätzen liegende Ausgabenentwicklung.

Auch für das Jahr 2017 wird für den Gesundheitsfonds ein negatives Ergebnis erwartet. Die Finanzexperten schätzen das Defizit insgesamt auf rund 1,9 Mrd. Euro. Hauptgrund ist die gesetzlich vorgesehene Entnahme von 1,5 Mrd. Euro aus der Liquiditätsreserve zur Finanzierung zusätzlicher Aufgaben der Krankenkassen. Hinzu kommen die Zahlungen an den Innovations- und den Strukturfonds. Die Reserve wird damit bis Ende kommenden Jahres voraussichtlich auf rund 7,1 Mrd. Euro sinken.

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2017 unverändert

Für die Krankenkassen ergibt sich bei einem Zuweisungsvolumen von 214,7 Mrd. Euro und erwarteten Ausgaben von 229,1 Mrd. Euro eine Unterdeckung von rund 14,4 Mrd. Euro. Dieser Fehlbetrag entspricht einem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von 1,1 Prozent. Entsprechend hat das Bundesministerium für Gesundheit diesen auch unverändert zum Vorjahr mit 1,1 Prozent bekanntgegeben. Dieser rechnerische Durchschnitt dient den Krankenkassen als Benchmark im Wettbewerb; für einige Mitgliedergruppen, etwa Bezieher von Arbeitslosengeld II, wird er zudem anstelle der kassenspezifischen Zusatzbeitragssätze der Beitragsberechnung zugrunde gelegt.